August-Spezial: Energie aus der eigenen Windkraft-Anlage

Wind

In Zeiten drastisch steigender Energiepreise sucht jeder nach alternativen Möglichkeiten, um das eigene Stromnetz zu entlasten. Es gibt viele Varianten den Strom, wenn meist auch nur in gewissen Mengen, selbst zu erzeugen. Effektive Solaranlagen sieht man vermehrt auf Hausdächern, oder sie werden in den Garten gesetzt. Das ist umweltschonend und rechnet sich mit der Zeit.
Große Stromanbieter haben die Windkraft längst für sich entdeckt, es ist ebenfalls eine saubere Angelegenheit. Warum die Windkraft nicht auch im Kleinen nutzen? Mittlerweile gibt es viele Windrad-Modelle, die eine nicht unbeträchtliche Menge Strom erzeugen können. Mit der Anschaffung eines eigenen Windrades würden Sie Ihr Stromnetz entlasten oder Sie können in einigen Fällen sogar ganz vom Netz gehen. Doch spart man damit wirklich Kosten?



Standort

Zunächst sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass ein Windrad selbstverständlich viel Wind benötigt. Leben Sie in einer Region, wo es regelmäßig weht und stürmt, wie beispielsweise an der Küste oder in höheren Lagen etc., dann ist eine Anschaffung sinnvoll. Leben Sie in der Stadt oder in unmittelbarer Umgebung eines Waldes, dann ist das Windrad vielleicht doch nicht die richtige Alternative für Sie, denn die Windmassen reichen in der Regel nicht aus, um eine konstante Strom-Versorgung zu gewährleisten.
Wenn Sie sich entschlossen haben, dieses Abenteuer zu wagen, dann suchen Sie nach einem geeigneten Standort. Zwei Möglichkeiten wären in diesem Zusammenhang optimal. Zum einen bietet sich die Montage auf dem Hausdach an. Hier weht der Wind in der Regel konstant und ausreichend. Allerdings schrecken viele Hausbesitzer vor dieser Option zurück, da sie das Gesamtbild des Hauses nicht durch ein Windrad verschandeln wollen. So schlimm, wie es oft gesagt wird, ist es aber gar nicht. Die zweite Möglichkeit ist der Garten, am besten an einem Platz, wo die Windzufuhr durch keine Bäume oder Fassaden beeinträchtigt wird.



SorglosStrom


Funktionsweise

Die Funktionsweisen der kleinen Windräder sind im Prinzip identisch mit denen der großen Brüder. Wichtigstes Element bei jedem Windrad ist der Rotor, dieser wird durch die Windenergie angetrieben. Der Rotor besitzt in der Regel drei Flügel, je stärker der Wind weht, desto schneller drehen sich die Flügel und der Rotor und desto mehr Energie wird erzeugt. Damit die Flügel keine Gefahr für Hab und Gut oder gar den Menschen darstellen können, wird der Rotor mit den Flügeln auf einen hohen Turm gesetzt. In einigen Metern Höhe ist zudem die Windzufuhr besser.
Im Kopf der Anlage befindet sich außerdem ein Motor, der dafür zuständig ist, die Flügel den Windverhältnissen anzupassen. Der Kopf kann also gedreht werden, je nach dem, aus welcher Richtung der Wind kommt. Die Bewegung der Rotoren wird in Energie umgewandelt und anschließend in ein Stromnetz eingespeist. Bei zu wenig Wind arbeitet die Anlage nicht, denn das würde nur Energie verbrauchen. Die Flügel benötigen nämlich eine gewisse Anschub-Energie durch den Motor, bei wenig Wind wäre der Energieverlust deshalb höher als der Energiegewinn. Bei zu viel Wind, beispielsweise Orkan-Windstärken, schaltet sich die Anlage ebenfalls ab.





Modelle

Windräder, die eine komplette Stromversorgung des Haushalts schaffen, sind noch relativ selten auf Dächern oder in Vorgärten zu sehen. Das liegt an verschiedenen Faktoren, zum einen sind die Genehmigungsverfahren zu bürokratisch, zum anderen sind die Subventionen seitens des Landes oder der Bundesregierung nicht ausreichend, um den enormen Kostenbedarf zu decken. Komplizierte Montagen und Wartungen sind ebenfalls Gründe, die den Bürger eher zur Anschaffung einer Solaranlage verleiten, als zur Anschaffung einer Kleinwindkraftanlage. Anlagen, die lediglich das Stromnetz entlasten sollen, sind da schon eher anzutreffen. Doch auch hier können Sie ein gewisses Maß an Bürokratie nicht vermeiden.
In jedem Fall sind sie kostengünstiger. Die Anbieter auf diesem Markt sind übrigens sehr unübersichtlich, die preislichen Spannen gehen da weit auseinander. Auch die Qualität ist unterschiedlich, einige Modelle machen viel Lärm, andere benötigen viel Wind, um überhaupt anzulaufen. Da längerfristige Beobachtungen noch nicht möglich waren, ist es abzuwarten, wie sich die Haltbarkeit solcher Anlagen darstellt. In jedem Fall sollten Sie sich vor dem Kauf gut informieren. Achten Sie auf Zertifizierungen und Gutachten. Hier haben wir für Sie ein paar unterschiedliche Modelle zusammengestellt.





Kosten

Die Kosten für Kleinwindkraftanlagen sind nicht ohne. Für größere Anlagen, die das eigene Stromnetz allein versorgen können, sind ca. 15.000 bis 20.000 Euro auf den Tisch zu legen. Es kommt immer darauf an, wie viel Stromerzeugungskosten bei der jeweiligen Anlage anfällt. Pro Kilowattstunde kann man im Idealfall ca. 15 bis 25 Cent sparen. Eine Anlage rentiert sich nach ca. 10 Jahren.
Es ist nicht empfehlenswert, den Strom ins Normalnetz einzuspeisen, hier ist die Einsparungsspanne viel geringer, denn die jeweiligen Stromanbieter zahlen viel zu wenig für eine Kilowattstunde ihres Stroms. Nicht eingerechnet sind die Montage- und Anschlusskosten, sowie die anfallenden Gelder für die Wartung einer solchen Anlage. 5000 Euro können Sie da noch einmal einplanen.
Kleinere Anlagen, die für das Entlasten des Netzes ausgelegt sind, gibt es da schon günstiger. Zwar gehen die Preisspannen auch hier weit auseinander, die Anlagen sind aber in der Regel einfacher zu montieren und haben nicht so hohe Wartungskosten. Eine Anlage bekommt man für ca. 1000 bis 3000 Euro. Die Versorgungsrate ist natürlich nicht zu vergleichen. Solche kleinen Anlagen bieten sich zumeist für kleine geschlossene Stromsysteme an, wo sich der Stromverbrauch wissentlich in Grenzen hält (Garten, Boot, Hütte, Campingplatz etc.). Hier spart man längerfristig auch einiges an Stromkosten.



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Fazit

Kleinwindkraftanlagen sind eine interessante Sache. Wenn sich der Markt in Zukunft noch mehr öffnen würde, dann würde es auch attraktiver für die Bürger werden. Allerdings müsste sich die Politik aufgeschlossener zeigen und solche Anschaffungen besser subventionieren. Ob das klappt, ist fraglich, denn die großen Stromanbieter werden auf diese Entwicklung sicherlich ein wachsames Auge haben. Solange diese Lobby so stark ist, wird es schwer, Kleinwindkraftanlagen in Deutschland flächendeckend zu etablieren.
Momentan schrecken die Kosten ab, denn die Investition ist eher langfristig zu sehen. Im Vergleich zur Solarenergie ist die Windkraft natürlich anfälliger, zumindest noch. Trotzdem ist es eine saubere Sache, die Technologie wird sich weiterentwickeln und massentauglicher werden. Wir sind gespannt, auf jeden Fall können wir jedem im Sinne der Umwelt dazu raten, sich eine Kleinwindkraftanlage anzuschaffen. Ihre Enkel und Urenkel werden es Ihnen bestimmt danken.



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