Obstbäume und Sträucher schneiden

Hecke

Damit ihre Obst-Erträge auch in Zukunft wieder groß ausfallen, sollten Sie ihre Obstbäume schneiden. Und das am Besten schon im Januar. Denn der Winterschnitt nimmt den Bäumen weit weniger Kraft weg, als der im Sommer. Zudem fördert er das Triebwachstum, die Gesundheit des Baumes und sorgt dafür, dass im darauf folgenden Jahr die Früchte größer werden. Der Winterschnitt hat den Vorteil, dass notwendige Schnittmaßnahmen leichter zu erkennen sind. Bäume sollten allerdings mit Bedacht geschnitten werden. Ein falscher Schnitt kann andernfalls zu Fäulnis oder Pilzbefall führen. Beim schneiden sollten sie sich daher auf Äste konzentrieren, bei denen folgende Besonderheiten vorliegen:


  • Die Äste sind im Begriff Astgabeln zu bilden. Häufig sammelt sich Wasser an solchen Gabelungen und führt zur Fäulnis.
  • Der Ast wächst nach innen. Solche Äste bilden nur wenig bis keine Blüten.
  • Die Äste wachsen senkrecht. Auch sie bilden nur wenige Blüten.
  • Äste mit ungewöhnlichem Wuchs müssen zurückgeschnitten werden.
  • Mehrere Äste wachsen parallel. Sie nehmen sich gegenseitig Platz und Licht. Schneiden Sie also einen der beiden ab.
  • Die Rinde ist mit Krankheitserregern befallen. Schneiden Sie die gesunde ggf. Rinde zurück.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum schneiden?

Es gibt keinen Zeitraum in dem Sie ausschließlich ihre Bäume schneiden sollten. Vielmehr müssen Sie die wetterbedingten Gegebenheiten beobachten und bei der passenden Gelegenheit damit beginnen, den Baum herunter zu schneiden. Essentiell wichtig ist dabei, dass die Temperaturen nicht unterhalb der -5°C-Grenze liegen. Das Holz verfügt bei solchen Temperaturen nicht über die notwendige Stabilität. Ferner dürfen die Äste auch nicht gefroren sein, da sonst die Wundheilung des Baumes negativ beeinträchtigt werden würde. Gleichwohl dauert die Wundheilung im Winter länger als im Sommer und kann bis zu 40 Tage in Anspruch nehmen. Bei Frost erhöht sich die Genesungszeit entsprechend.
In der Regel, wenn das Wetter es erlaubt, können Obstbäume wie oben beschrieben, bereits im Januar geschnitten werden. Dies gilt besonders für schwächere Bäume. Stärkere Sträucher und Bäume können auch im Februar oder März geschnitten werden.


Je nachdem, welche Obstsorte Sie schneiden möchten, kann der richtige Zeitraum für einen Winterschnitt variieren:


  • Beerenobst: Am Besten schneiden Sie Beerenobst nach dem Abernten. Generell können sie aber das gesamte Jahr über geschnitten werden.
  • Steinobst: Sie sollten es nur während der laubzeit schneiden.
  • Kernobst : Kernobst kann jederzeiot geschnitten werden. Achten Sie aber darauf, dass es nicht zu kalt ist

Wenn Sie eine außergewöhnliche Obstsorte im Garten haben und nicht wissen, wie Sie mit dieser umzugehen haben, können Sie sich unter Hinzuziehen einschlägiger Literatur informieren.


www.baldur-garten.de

Wenn Sie sich für einen Sommerschnitt entscheiden, gilt generell Mai bis August als Zeitspanne. Der Sommerschnitt lenkt die Nährstoffe in die verbleibenden Triebe und sorgt damit einerseits für verstärkte Blütenbildung und andererseits für optimale Fruchtausbildung. Die Früchte sind dann aromatischer und nährstoffreicher. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Wundheilung, die im Winterschnitt langsam ausfällt, im Sommer bedeutend schneller erfolgt. Stark wachsende Bäume werden allerdings in Folge eines Sommerschnitts in ihrem Wachstum gehemmt und weisen daher auch eine geringe Blüten- und Früchtebildung auf. Besonders bei Steinobstbäumen (wie Kirschen und Pflaumen) sollten Sie einen Sommerschnitt vornehmen, da sie sehr schnittempfindlich sind. Im Sommer verheilen die Bäume jedoch besser.


Des weiteren hat der Sommerschnitt den Vorteil, dass Sie Schnitt-Fehler ausgleichen können.


  • Der Sommerriss/ Juniriss: Bei diesem werden alle senkrecht wachsende Triebe, sogenannte Wasserschossen entfernt. Sie nehmen den übrigen Ästen die Kraft und sollten daher entfernt werden, indem Sie sie abreißen. Die Wasserschossen werden mitsamt den schlafenden Augen (Beiaugen) entfernt. Dies führt dazu, dass keine neuen Wasserschossen an der selben Stelle gebildet werden.
  • Augustschnitt: Hierbei werden die, im Sommer neu herausgebildeten Triebe um bis zu die Hälfte gekürzt. Damit soll das Verhältnis von Ertrag und Triebwachstum wieder in Gleichgewicht gebracht werden. Mitunter müssen dabei auch Früchte entfernt werden, die kurz vor der Ernte stehen. Der Augustschnitt eigent sich auch sehr gut zur Höhenbegrenzung.
  • Der Belichtungsschnitt: 14 Tage vor der Ernte werden Triebe entfernt, die einen optimalen Lichteinfall verhindern. Dies fördert Fruchtausfärbung sowie Fruchtreife. Vermeiden Sie dabei jedoch Triebstummel in direkter Fruchtnähe. Darüber hinaus dürfen Sie den Belichtungsschnitt auch nicht zu großzügig vornehmen, da sonst Sonnenbrandschäden drohen.

hagebau.de

Ratschläge und Tipps

  • Wenn der Baum größere Schnittwunden aufweist, sollten Sie diese mit etwas Wachs oder speziellen Wundschlußmittel versiegeln.
  • Verursachen Sie so wenig Wunden wie möglich, da jede von ihnen den Baum schwächt. Schneiden Sie daher ganze Astpartien ab, als jede Ast einzeln zu entfernen.
  • Ihr Werkezug sollte scharf sowie sauber sein.
  • Um eine optimale Verzweigung der Triebe zu bekommen, sollten sie den jeweils letztjährigen Haupttrieb um etwa ein Drittel kürzen.
  • Triebe sollten stets komplett entfernt werden. Wenn Sie stümpfen zurücklassen können sich neue Triebe an der Stelle ausbilden.