Schädlinge & Nützlinge

Nützlinge Nützlinge kommen immer dann im Garten zum Einsatz, wenn der pflichtbewusste Biogärtner bei der Bekämpfung von Schädlingen ganz auch Chemie verzichten will. Lesen Sie auf dieser Seite, wie Sie den Schädlingsbefall erkennen, welche Nützling zu welchem Schädling passt und wie Sie diesen biologischen Pflanzenschutz anwenden.


Warum Nützlinge?

Die Vorteile dieses Nützlingeinsatzes liegen klar auf der Hand. Es ist eine rein biologische Methode der Schädlingsbekämpfung. Weder die Pflanzen, noch die Menschen, Tiere und die Umwelt werden durch chemische Mittel gefährdet; somit gibt es auch keine schädlichen Rückstände auf den Pflanzen oder der Erde, was besonders im Nutzgarten empfehlenswert ist. Die richtigen Nützlinge angewendet, benötigen Sie keine weiteren Geräte oder andere Zusatzprodukte. Wenn die Schädlinge gefressen sind, sterben auch die Nützlinge ab.
Voraussetzungen für die Anwendung von Nützlingen ist, dass Sie mindestens 6 Wochen lang keine chemischen Produkte vor dem Nützlingseinsatz verwendet haben. Außerdem sollte tagsüber eine Temperatur on 16-18° C herrschen. Bei dem Einsatz von Nematoden ist eine Bodentemperatur von 12° C optimal. Liegen die Temperaturen darunter, sterben die Nematoden zwar nicht ab, aber Sie verlieren ihre volle Wirkungskraft. Gewächshaus und Wintergarten können dabei helfen, diese Temperaturen einzuhalten.
Ist ein Schädlingsbefall an Pflanzen festgestellt, können nun die nützlichen Insekten zur Bekämpfung eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um ganz bestimmte Insekten, Milben und Nematoden. Da die Nützlinge Zulassungsbestimmungen unterliegen, damit das biologische Gleichgewicht durch das Aussetzen von fremden Arten nicht gestört wird, dürfen einige Nützlinge nur in Glashäusern und Wintergärten verwendet werden. Welche Nützlinge für Sie in Frage kommen und auch für den Einsatz im Frei zugelassen sind, können Sie in der folgenden Tabelle ablesen:

Schädling Nützling Schädling Nützling
Blattläuse CC-Florfliegen-Larven
AA-Räuberische Gallmücken, Gemeine Blumenwanze, Schlupfwespe, Blumenwanzen
Dickmaulrüssler HM-Nematoden
Gartenlaubkäfer HM-Nematoden Kirschfruchtfliege Nematoden
Maulwurfsgrillen/Werren SC-Nematoden Minierfliegen Schlupfwespe
Spinnmilben Raubmilben, Gallmücke, Blumenwanzen Thripse
Thripspuppen
CC-Florfliegen-Larven
Raubmilbe, Blumenwanzen
Schmierläuse Australischer Marienkäfer, Nematoden Schnecken PH-Nematoden
Trauermücken- und Sumpffliegenlarven SF-Nematoden
Raubmilbe
Weiße Fliege Schlupfwespe
Wiesenschnaken/Tipula SC-Nematoden Wollläuse Australischer Marienkäfer, Nematoden

ESSCHERT DESIGN als Unterschlupf und Überwinterungshilfe von Mitte September bis Anfang April, für Gartennützlinge, Wildbienen, Florfliegen, Marienkäfer
stärkt die Pflanzen gegen Schadinsekten und Nematoden

Symptome Schädlingsbefall erkennen

Was Ihren Garten befallen hat, erkennen Sie an den unterschiedlichen Sympotmen an Ihren Pflanzen. Besonders häufig erkennen Sie den Schädlingsbefall daran, das aus Obst, Gemüse und anderen Gewächsen der Pflanzensaft ausgesaugt wurde. Das trifft z.B. auf den Befall von Spinnmilben, Thripsen und weißen Fliegen zu. Sie alle fühlen sich in besonders in trockenen und heißen Umgebung wohl, weshalb diese Schädlinge häufig in Gewächshäusern sowie Wintergärten auftreten.
Die Schäden, die durch die Schädlinge entstehen sind unterschiedlich. Die Schäden, die die Spinnmilbe verursacht, sind vor allem die absterbenden Blätter. Gießen Sie die Pflanzen regelmäßig, denn Spinnmilben vergreifen sich gerne an trockenen Gewächsen. Dass Ihre Pflanzen von Thripsen befallen sind, erkennen Sie daran, dass weiß-silberne Punkte auf Ihren Gemüse- und Zierpflanzen entstehen. Außerdem haben Thripsen Wachstumsschwächen sowie deformierte Blätter und Früchte zur Folge. Im Garten helfen regelmäßiges Bodenhacken sowie Mischanbau und mulchen gegen den Befall. Die weiße Fliege sieht aus wie eine kleine weiße Fliege oder auch Motte. Durch sie sterben stark befallene Pflanzenteile ab. Meistens halten weiße Fliegen sich auf den Unterseiten der Blätter auf und fliegen hoch, sobald man die Blätter anfasst. Auch an Honigtau überzogenen Pflanzen kann man die Schädlinge erkennen.
Schadbilder: Der Dickmaulrüssler hinterlässt buchtenartigen Fraß an Blatträndern. Die Larven des Käfers hinterlässt Fraß an den Wurzeln, was zur Welke sowie zum Absterben der Pflanzen führt.

Im Obstgarten

Wenn Ihre Obstbäume vom Frosstspanner kahl gefressen wurden, dass ist auch im nächsten Jahr mit einem Befall zu rechnen. Beugen Sie mit Leimringen vor!


Einige Nützlinge im Detail

Florfliegenlarven leben ca. 3 Wochen und vertilgen bis zu 700 Blattläuse. Da sich die Florfliegen aber nicht ansiedeln, muss ihr Einsatz wiederholt werden. Wenn Sie Nützlinge, wie einen Marienkäfer, in Ihrem Garten finden, können Sie diese auch selbst umsetzen. Ein Blatt mit Marienkäfern und Larven kommt z.B. dann zu einer Pflanze mit Blattlausbefall.
Häufige Verwendung erfahren Nematoden. Nematoden sind 0,1 mm lange Fadenwürmer und kommen immer dann zum Einsatz, wenn Schädlingslarven im Boden vorhanden sind. Daher werden Sie auf den befallenen Boden gegossen.
Nematoden sind auch ideal zur unterstützenden Bekämpfung der Erdraupen. Die Erdraupen werden eigentlich Nachts eingesammelt, weil sie dann oberirdisch fressen. Aber mit den SC-Nematoden und Schlupfwespen können sie zusätzlich bekämpft werden. PH-Nematoden eignen sich für die Bekämpfung von Nacktschnecken. Wer zusätzlich Schneckenkorn verwendet hat, braucht keine Bedenken haben, denn Schneckenkorn gefährdet weder die Nützlinge des Gartens noch den Boden.


Im Ziergarten

Buchssterben nennt man die Pilzkrankheit, die den Buchsbaum befallen kann. Diese Krankheit ist nicht heilbar. Die befallenen Pflanzen müssen entsorgt werden (kein Hausmüll) und Schneidwerkzeuge müssen desinfiziert werden.


Anwendung

Die Nützlinge müssen sofort nach Eintreffen ausgesetzt werden. Eine Lagerung ist nicht möglich. Die Ausnahme bilden die Nematoden. Diese können Sie eine Woche lang im Kühlschrank aufbewahren. Üblicherweise wird zur Ausbringung der Nematoden ein Konzentrat hergestellt, d.h. Sie vermischen diese Nützlinge in eine einem Behälter mit 5 Liter Wasser. Anschließend werden die Nematoden auf den befallenen Boden gegossen. Die Freilassung sollte nicht bei direkter Sonneneinstrahlung erfolgen. Eine genaue Anleitung zur Anwendung und Ausbringung der unterschiedlichen Nützlinge wird von den Züchterfirmen mitgeschickt.

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