Der Baum- und Strauchschnitt - fachgerecht und einfach
Die wohl schwierigsten und aufwendigsten Schnittmaßnahmen betreffen die Bäume im Garten. Denn hier hatte der Besitzer die verschiedenen Schnittmaßnahmen zur Auswahl. Es gibt den Auslichtungsschnitt, den Rückschnitt, den Formschnitt ... Welcher Schnitte wichtig sind und welches Werkzeuge Sie benötigen, lesen Sie auf dieser Seite. Außerdem erfahren Sie, wie Sie Ihre Bäume fachgerecht schneiden, damit der Baum möglichst wenig beschädigt wird.
Grundregeln & Schnittarten
Allgemein
Grundsätzlich ist das Schneiden von Bäumen nicht von der Natur vorgesehen, daher brauchen Bäume eigentlich keinen Schnitt. Bestimmte Bäume sollten daher überhaupt nicht geschnitten werden. Das sind z.B. der Ahorn sowie die Magnolie. Aber es gibt Gründe, warum dennoch Gartenbäume, vor allem Obstbäume, geschnitten werden müssen:
Rückschnitt
Auf einen Rückschnitt sollten Sie nicht verzichten, wenn Sie die Ernte Ihrer Obstbäume und -sträucher ertragreicher machen wollen (Ertragsschnitt). Gleichzeitig schaffen Sie durch den Schnitt Platz für neue nachwachsende junge Triebe.
Der Rückschnitt kann im Herbst oder im Frühjahr, auf jeden Fall aber an frostfreien Tagen, stattfinden. Beachten Sie, dass es Obststräucher gibt, wie z.B. die Himbeere, die jedes Jahr nach der Ernte zurückgeschnitten werden müssen. Daneben werden z.B. Johannisbeeren erst nach 3-4 Jahren geschnitten.
Auslichtungsschnitt
Müssen zum Reduzieren des Schattens Astpartien entfernt werden, wird ein Auslichtungsschnitt vorgenommen. Dieser ist notwendig, wenn z.B. die unteren Kronenpartien entlastet werden müssen oder die Baumkrone nicht genügend Lichtzufuhr erhält und dadurch die gesunde Entwicklung der Triebe, Blätter und Früchte gefährdet ist. Neben einer besseren Lichtzufuhr sorgt ein Auslichtungsschnitt auch für eine bessere Wasser- und Nährstoffzufuhr.
Bei einem Auslichtungsschnitt wird ein Ast bis zur Basis am nächst stärkeren Ast entfernt, da sich dann die Wunden schneller und besser schließen. Entfernt wird hierbei das zu dichte und zu schwache Geäst wird. Beim Auslichten versucht man trotz des Herausnehmens einzelner Äste die Form der Pflanzen, nur eben in kleinerer Form, beizubehalten. Der Auslichtungsschnitt kann jährlich bei mildem Wetter vorgenommen werden.
Formschnitt
Der Formschnitt ist allein zur Zierde dar und wird deshalb bei Bedarf vorgenommen. Vor allem der Buchsbaum wird von vielen Gartenbesitzern gern beschnitten. Allerdings ist das sehr arbeitsaufwendig und sollte daher nur vorgenommen werden, wenn Sie auch das passende Werkzeug dafür haben. Spezielle Buchsbaum-Formscheren werden im Handel für rund 20 Euro angeboten.
Praxis-Tipp: Kegelförmige Schnitte an Bäumen und Hecken gewährleisten, dass alle Blätter genug Licht bekommen. Ein Kastenartiger Heckenschnitt kommt beispielsweise nur für Pflanzen in Frage, die auch im Schatten gut wachsen.
Erziehungsschnitt
Der Erziehungsschnitt findet statt, wenn sich die Blätter und Äste eines neuen Baumes voll ausgebildet haben, denn das Ziel dieses Schnittes ist es, den Grundstock für die gewünschte Endform des Baumes zu legen.
Hierbei sollte ein kräftiges Grundgerüst erzielt werden und eine ideale Krone mit viel Licht, Luft und Fruchtholz zu formen. Hierfür werden jährlich die Verlängerungen der Leitäste und der einjährige Mitteltrieb an der Stammverlängerung zurückgeschnitten. Konkurrenztriebe werden ausgelichtet und das Fruchtholz bleibt unbeschnitten. Zu einem Erziehungsschnitt gehört auch der jährliche Rückschnitt, um viel Fruchtholz aufzubauen.
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Für den Baumschnitt stehen Ihnen verschiedene Werkzeuge zur Auswahl. Die Baumschere oder auch die Astschere sind wahrscheinlich die am häufigsten genutzten Werkzeuge.
Ideal zum Schneiden von dicken Ästen ist die Zweihand-Baumschere. Für schwer zugänglichen Ästen, empfehlen wir die Baumscheren mit gebogener Klinge und Gegenklinge. Scheren mit 2 Klingen zeichnen sich außerdem durch einen exakten und sauberen Schnitt aus. Viele Modelle sind mit zusätzlicher Technik, wie doppelter Hebelübersetzung und Teleskoptechnik, ausgestattet, sodass beim Schneiden des Baumes kaum noch viel Kraft aufgewendet werden muss. Baumscheren sind im Handel ab 50 Euro erhältlich. Je nach Technik und Gestaltung kann der Preis aber nach oben hin deutlich variieren. Handscheren sind aber nicht nur sind auf jeden Handtyp ergonomisch abgestimmt, sondern auch für Linkshänder und für kleine/große Hände erhältlich. Die Anschaffung einer guten Baumschere lohnt sich langfristig, denn alle wichtigen Verschleißteile sind austauschbar.
Ebenso effektiv für den Baumschnitt sind Sägen. Vor allem klappbare Universalsägen sind sehr praktisch. Für längere Sägen werden auch Halterungen angeboten, Die Preise für eine gute Säge liegen zwischen 25 und 50 Euro.
Praxis-Tipp:
Zum Entfernen von grossen und schweren Ästen schneiden Sie eine Kerbe in die Unterseite des Astes. Danach können Sie ihn von oben durchsägen. Das verhindert ein Abreißen der Rinde.
Größere Schnittflächen sollten sie mit Baumwachs bestrichen werden, das verhindert Infektionen.
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