Für viele Rosenbesitzer ist das Rosenschneiden jedes Jahr von neuem ein Horror. Sie haben Angst, falsch, zu früh oder gar zu spät zu schneiden. Dabei ist ein Rosenschnitt sowie ein allgemeiner Strauchschnitt wirklich nicht schwer. Es gibt kaum Regeln für die unterschiedlichen Pflanzenarten. Wie Sie Ihre (Rosen-)Sträucher richtig schneiden, erfahren Sie auf dieser Seite. Außerdem stellen wir Ihnen das richtige Werkzeug vor, dass Sie für einen solchen Schnitt benötigen.
Egal, welche Rosen-Sorte und welche Sträucher bei Ihnen im Garten blühen, wichtig ist nur, dass Sie diese regelmäßig schneiden. Besonders der erste Schnitt ist für Ihre mehrjährigen Rosen sowie für die meisten Sträucher von großer Bedeutung. Diese können nämlich erst nach dem ersten Schnitt ihre volle Pracht entfalten.
Praxis-Tipps:
Egal, ob es sich um einen Strauch oder um eine Rose handelt, die Schnittfläche muss immer glatt sein. Am Besten schneiden Sie im Winkel von 45° schräg nach unten. So kann das Regenwasser besser abfließen. Schneiden Sie auch immer möglichst dicht am Stamm ab. Pflanzen mit Knospen müssen unmittelbar über einer Knospe geschnitten werden.
Hier einige Regeln, die nur für Rosen gelten:
altes, totes und nach innen wachsendes Holz entfernen
Wildtriebe und Rosengalle entfernen
geschnitten wird grundsätzlich auf ein nach außen zeigendes Auge
die Schnittstellen soll schräg und circa einen halben Zentimeter über dem gewähltem Auge liegen
Rosenschnitt
Jede einzelne Rosensorte erfordert zusätzlich noch spezielle Pflegemaßnahmen. Hier finden Sie eine Übersicht, die Ihnen die wichtigsten Punkte zeigt:
Rosesensorte
Wann
Was
Wildrosen & einmal blühende Strauchrosen
alle 2-3 Jahre
nach der ersten Blüte starker Rückschnitt, um sie in Form zu halten; alte Triebe entfernen
Beetrosen & Edelrosen
jährlich
die Stärke des Rückschnitts hängt von der Wuchskraft ab; Während bei schwach wachsenden Sorten auf drei bis vier Augen pro Haupttrieb geschnitten wird, lässt man bei stark wachsenden sechs bis acht Augen stehen
Strauchrosen
jährlich im Sommer und Herbst
im Sommer: Rückschnitt um circa ein Drittel der Gesamthöhe; alte Triebe entfernen; im Herbst: Formschnitt
Öfter blühende Kletterrosen
jährlich
zu dicht gewachsene Seitentriebe und Triebe entfernen, die in die falsche Richtung wachsen; Seitentriebe auf 3 bis 5 Augen zurücknehmen (fördert die Blüte)
Einmal blühende Kletterrosen Ramblerrosen
nach Bedarf
Auslichten und Entfernen toter Triebe; nicht zu viele Triebe erhalten; alle paar Jahre alte Zweige an der Stockbasis herausnehmen
Kleinstrauchrosen (Bodendeckerrosen)
nach Bedarf
störende Zweige werden entfernt (Auslichten reicht)
Stammrosen
im Frühjahr
starker Rückschnitt bis auf 3-4 Augen; schwache und nach innen zeigende Triebe entfernen; Kronendurchmesser sollte nach Schnitt noch etwa 30 cm betragen.
Kaskaden-oder Trauerrosen
werden ab dem 3. Jahr geschnitten
jährlich die ältesten und verholzten Triebe über der Veredlungsstelle entfernen, damit sich neue Triebe bilden.
Zwergrosen
alle 2-3 Jahre
nicht nötig, ganz exakt nach Vorschrift zu schneiden; einfach die Krone mit der Hand zusammenhalten und sämtliche Triebe bis auf etwa 10 cm Länge zurückschneiden; schwache Triebe und Seitentriebe werden nachträglich entfernt.
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Neben den Rosen wollen wir Ihnen nun nähere Informationen zum Schnitt von Sträuchern liefern. Prinzipiell unterscheidet man den Pflanz-, den Erhaltungs- und den Verjüngungsschnitt.
Beim verpflanzen von Gehölzern gehen oftmals Wurzelteile verloren. Das ist der Grund, warum man den Pflanzschnitt anwendet, denn so können auch die oberirdischen Teile der Pflanze in gleichem Maße eingekürzt werden. Zuerst werden ältere und schwächere Triebe entfernt. Die verbleibenden Triebe kürzen Sie anschließend um 1/3 ein.
So haben Sie im folgenden Jahr einen dichteren und üppigeren Strauch. Bei Containerpflanzen (Topfpflanzen) und Koniferen, dürfen Sie hingegen keinen Pflanzschnitt ausführen.
Den Erhaltungsschnitt sollten Sie im Allgemeinen alle paar Jahre Ihren Pflanzen zu Gute kommen lassen. Er dient dazu, dass Gehölz gesund zu halten und die Blüte- sowie Früchtebildung zu verbessern. Für diesen Schnitt, haben sich über die Jahre, einige Grundregeln durchgesetzt:
Sträucher, die im Sommer blühen, müssen im März stark zurück geschnitten werde. Gewächse dagegen, die im Frühjahr blühen, sollten Sie gleich nach der Blüte schneiden. Durch das Rückschneiden helfen Sie dem Strauch, ein stabiles Gerüst aufzubauen. Doch Erhaltungsschnitt ist nicht gleich Erhaltungsschnitt. Sie unterscheiden sich stark in der Durchführung:
Welcher Strauch
wann
wie
Sträucher, die sich von der Basis her verjüngen (z. B. Ribisel, Haselnuss, Holunder, Schneeball)
mindestens alle 2-3 Jahre
blühfaule sowie abgestorbene Triebe entfernen und 1/3 der alten Triebe an der Basis abschneiden
Sträucher, die sich von der Mitte her verjüngen (z. B. Forsythie, Wildrosen, Berberitze, Deutzie (Maiblumenstrauch))
alle 2-3 Jahre
blühfaule sowie abgestorbene Triebe entfernen und 1/3 der alten Triebe an der Basis abschneiden; die zum Boden hängenden Triebe bis zu einem frischen, aufrechten Austrieb kürzen
Sträucher, mit einer schwachen Verzweigung (z. B. Felsenbirne, Perückenstrauch, Goldregen, Zaubernuss, strauchförmiger Ahorn,
Magnolie)
nie
diese Sträucher werden nicht so dicht, daher ist kein Erhaltungsschnitt sinnvoll; nur abgestorbene Zweige entfernen
Sträucher, die an diesjährigen Trieben blühen (Sommer- und Herbstblüher: z. B. Sommerflieder, Bartblume, Fuchsie, Johanniskraut)
jedes Jahr im späten Frühjahr
die letztjährigen Triebe etwa fingerlange zurückschneiden (auf 2 bis 3 Knospen); bei Frostschäden kann auch ins alte Holz geschnitten werden
Verholzende Kräuter (Lavendel, Rosmarin, Thymian)
jedes Jahr im Frühjahr
nur 2-5 cm der Triebspitzen zurückschneiden
Beeren
Eine Ausnahme von diesen Regeln bilden der Rhododendron, der Waldreben und die Gartenazalee, denn diese Sträucher werden gar nicht zurückgeschnitten.
Wenn Sie
Obststräucher besitzen, müssen Sie auch bei deren Schnitt einiges beachten, damit Sie einen möglichst großen Ertrag erzielen können, lesen Sie hier weiter:
Beerensorte
Wann
Wie
Himbeeren und Brombeeren
jedes Jahr im Herbst oder Spätwinter
alte, "abgetragene" Triebe entfernen, einjährige belassen (Früchte sind hauptsächlich an einjährigen); Ausnahme davon sind Sorten, die erst im Herbst tragen, dort werde alle Triebe im Frühjahr abgeschnitten
Stachelbeere und Ribisel
jedes Jahr im Spätwinter
jedes Jahr 2-3 alte Triebe an der Basis entfernen; keine Astreste stehen lassen, dass kann zu Pilzinfektionen führen; 3-5 Ruten sollten immer stehen bleiben
Kletterpflanzen
Schwieriger ist es hingegen bei den Kletterpflanzen. Auch hier müssen Sie wieder je nach Art Ihrer Pflanze einiges bedenken:
Geißblatt, Wilder Wein, Baumwürger, Kiwi, Pfeifenwinde: nur zurückschneiden, wenn sie eine vorgegebene Fläche überwuchern
Waldrebe (Clematis) Wildformen: kaum schneiden; bei stark wuchernden Sorten, nach der Blüte schneiden
Clematis großblumige Edelformen
Mai-Juni - Blüher: sie blühen an den kurzen Trieben des vorjährigen Holzes, daher dürfen Sie diese Sorte nur nach der Blüte schwach zurückschneiden
Juni – Juli Blüher mit Nachblüte im Oktober: die Blüte befindet sich am vorjährigen sowie am einjährigen Holz, daher dürfen Sie diese Sorte nicht schneiden
Spätblüher (August – Oktober): diese Pflanze blüht am einjährigen Holz, führen Sie daher im Spätwinter einen starken Rückschnitt durch
Efeu und Kletterhortensie: wächst sehr langsam, nur im Notfall schneiden
Schlingknöterich: normalerweise nicht scheiden, außer es herrscht Platzmangel, dann einmal im Jahr bis knapp über den Boden abschneiden
Blauregen und Trompetenblume: erst einige Jahre ohne Schnitt wachsen lassen, dann im zeitigen Frühjahr, die einjährigen
Triebe bis auf 2 – 3 Knospen kürzen; das sorgt für eine besonders reiche Blüte
Werkzeug
Der Fachhandel bietet eine Vielfalt an Gerätschaften an, die Ihnen das Schneiden Ihrer Sträucher und Rosen erleichtern. Ob elektrisch oder manuell, dass ist nicht nur eine Frage des Geldbeutels. Wer sich für die Gartenschere entscheidet, sollte, wie bei allen Schnittmaßnahmen darauf achten, dass nur mit einer scharfen Gartenschere gearbeitet werden darf, um möglichst kleine Verletzungen und glatte Schnittstellen an Ihrer Pflanze zu erzielen. Rosen sollten grundsätzlich nur mit einer Rosenscheren geschnitten werden, da die Klingen speziell an den Rosenschnitt angepasst sind. Für oben hängende Äste sind Astscheren empfehlenswert und bei größeren Pflanzungen können Sie ohne Bedenken die Heckenschere einsetzen. Nach einem Grobschnitt können Sie bei Bedarf von Hand noch einmal genauer nachschneiden und auslichten. Wenn nötig, können größere Schnittflächen mit Baumwachs bestrichen werden, das verhindert Infektionen.
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